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Nicholas Mukomberanwa

1940 - 2002
 
Nicholas Mukomberanwa wird gerne als "Elder Statesman of Zimbabwe Stone Sculpture" bezeichnet und war fraglos eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des afrikanischen Kontinents.

Er erlernte Ende der 1950er Jahre zunächst Holzschnitzerei in der Serima Mission nördlich von Masvingo. Während er von 1962 bis 1976 hauptberuflich als Polizist tätig war, wurde er gleichzeitig von Frank McEwen, dem Direktor der rhodesischen Nationalgalerie protegiert. Er besuchte dessen Werkstattschule für Malerei und Bildhauerei und arbeitete ein halbes Jahr in der Künstlerkolonie Vukutu in den Eastern Highlands. Ab 1977 widmete er sich ausschließlich der Bildhauerei.

Schon in der Frühphase seiner Karriere erlangte Mukomberanwa internationales Renommee durch Ausstellungen in London, Paris und New York. Im unabhängigen Zimbabwe setzte er ab Anfang der 1980er Jahre mit seinen Skulpturen Maßstäbe. Er erhielt nationale wie internationale Auszeichnungen: So wurden seine Arbeiten auf der jährlichen Zimbabwe Heritage Exhibition schon beinahe regelmäßig mit Preisen prämiert. Er erhielt 1989 sowie 1991 für seine Verdienste um die Bildhauerei in Zimbabwe mit dem Overall Award of Distinction die höchste Auszeichnung des Landes für einen Künstler überhaupt. Sein Werk wurde 1990 auf der Biennale in Venedig mit dem Sonderpreis der Jury gewürdigt. Seine Skulpturen bilden Teil u.a. der Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, des Field Museum in Chicago, des British Museum in London sowie des Museum für Völkerkunde in Frankfurt.

Mukomberanwas Stil hat sich über die Jahrzehnte stark verändert. In seinen zumeist figürlich-deskriptiven Skulpturen der 1960er Jahre führte er stilisierte Rundungen und klare geometrische Linien zusammen. In den siebziger Jahren werden Mukomberanwas Arbeiten teilweise abstrakter. Er arbeitet mit dem schwarzen Penhalonga Serpentin, dessen Härte sich in scharfen Linien und kantigen Flächen widerspiegelt. Übergroße Hände wurden nun ein immer wieder eingesetztes Stilmittel, das er metaphorisch ganz unterschiedlich zur Darstellung von Schutz, Zusammengehörigkeit aber auch von Raffgier benutzte. In den achtziger Jahren entwickelte Mukomberanwa schließlich eine expressionistische Kraft, die seitdem alle seine Arbeiten charakterisierte. Dabei gehen stilistische Elemente früherer Schaffensperioden eine Symbiose ein, kontrastieren harte Linien und polierte Flächen mit schwungvollen Kurven und rauen Oberflächen.

Auswahl internationaler Ausstellungen:
  • 1963 New Art from Rhodesia, Commonwealth Institute, London
  • 1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York
  • 1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London
  • 1970 Sculptures Contemporaine de Vukutu, Musée d´Art Moderne, Paris
  • 1971 Sculpture contemporaine des Shona d'Afrique, Musée Rodin, Paris
  • 1984 Neue Kunst aus Afrika, Sammlung Gunther Péus, Kubus, Hannover
  • 1985 Zimbabwean Stone Sculpture, Kresge Art Museum, Michigan State University
  • 1990 Biennale de Venezia, Venedig
  • 1990 Nicholas Mukomberanwa, Opera House, Sydney
  • 1992 Stone Sculpture, Zimbabwe Pavillon, Expo 92, Sevilla
  • 1994 Steinplastik aus dem Chapungu Sculpture Park, Ludwig Forum, Aachen
  • 2000/2001 Seele in Stein, Museum Alpin, Pontresina