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Joram Mariga

(1927-2000)

Die Anfänge und Entwicklung der Steinbildhauerei in Zimbabwe sind mit keinem anderen Künstler so verbunden wie mit Joram Mariga: Neben Tom Bloemfield, dem Gründer von Tengenenge und Frank McEwen, dem Direktor der Nationalgalerie in Salisbury gilt er als einer der drei „Väter“ der Kunstrichtung.

Für Mariga steht natürlich einerseits sein Werk, seine während allen Schaffensperioden oft mythologisch geprägten Skulpturen aus dem extrem harten violetten Lapidolite-Stein. Werke, die weltweit ausgestellt wurden und Bestandteil von Sammlungen des British Museums, des Afrika Museums in Berg en Dal in den Niederlanden oder der Nationalgalerie in Harare bilden. Andererseits hat Mariga, unterstützt von Mentoren/Freunden wie McEwen, Pat Pearce und Roy Guthrie, Künstlergemeinschaften ins Leben gerufen und für die Ausbildung des Bildhauernachwuchses gesorgt.

Ausgebildet als Landwirtschaftsberater wandte sich Mariga in den 1950er Jahren in seiner Freizeit der Bildhauerei zu. Ermutigt durch McEwen während eines Treffens in der Nationalgalerie 1962 gründete er in seiner Heimatregion Nyanga die Künstlergruppe Nyatate, aus der u.a. bedeutende Bildhauer wie John Takawira hervorgingen. Gegen den Widerstand des Ian Smith Regimes, das seine Initiative als „subversiv“ ansah, schuf Mariga ab Ende der 1960er Jahre weitere Künstlergemeinschaften und sorgte zusammen mit McEwen dafür, dass deren Werke national und international ausgestellt und verkauft wurden. Von 1982 bis 1993 war er Mitglied des Board of Trustees der Nationalgalerie in Harare. Neben seiner künstlerischen Arbeit in seinem Atelier in der Nähe von Nyanga leitete er auch immer wieder internationale Workshops für Hobby- und Profibildhauer. Im Gegensatz zu anderen Bildhauern der ersten Stunde hat Mariga immer an der archaischen Formen- und Bildersprache der Anfänge dieser Kunstrichtung festgehalten.
 
Auswahl internationaler Ausstellungen
  • 1962 Commonwealth Art Today, Commonwealth Institute, London
  • 1965 New Arts from Rhodesia, Royal Festival Hall, London
  • 1968/69 New African Art; the African Workshop School, Museum of Modern Art, New York
  • 1969 Contemporary African Arts, Camden Arts Centre, London
  • 1971 Sculptures Contemporaine de Shonas d´Afrique, Musée Rodin, Paris
  • 1972 Shona Sculptors of Rhodesia, Institute for Contemporary Arts, London
  • 1981 Art from Africa, Commonwealth Institute, London
  • 1990 Sculptures Contemporaine du Zimbabwe, Musée Nationale des Arts Africains, Paris
  • 1991 Spirit in Stone, The Cleveland Museum of Natural History, Cleveland
  • 1993 Kunst aus Afrika, Meisterwerke der Sammlung Péus, Ludwig Forum, Aachen
  • 1998 Zimbabwe, Stenen Getuigenissen, Afrika Museum Tervuren